Keine Verkaufssprache. Echte Zahlen. Wann PV sich lohnt – und wann nicht. Mit aktuellen Einspeisevergütungen, realen Amortisationszeiten und dem ehrlichen Blick auf Batteriespeicher.
Bei einem aktuellen Haushaltsstrompreis von ~32 Cent/kWh und einer Einspeisevergütung von 8,11 ct/kWh (Stand 2026) rechnen sich PV-Anlagen für die meisten Einfamilienhäuser in Deutschland in 8–12 Jahren. Die Anlage läuft 25–30 Jahre. Das bedeutet: 13–22 Jahre praktisch kostenloser Strom.
Aber es gibt echte Situationen, in denen sich Solar nicht lohnt. Dazu unten mehr.
Basis: 8 kWp Anlage, Einfamilienhaus, Standort Deutschland Mitte (Sachsen/NRW/Hessen), Südausrichtung, Eigenverbrauchsquote 32% (ohne Speicher).
| Kennzahl | Wert | Annahme |
|---|---|---|
| Jahresertrag | 7.600 kWh | 950 kWh/kWp, Süd, 8 kWp |
| Eigenverbrauch (kein Speicher) | 2.430 kWh | 32% Eigenverbrauchsquote |
| Eingespeiste Energie | 5.170 kWh | 68% des Ertrags |
| Einsparung Stromkosten | 778 € | 32 ct/kWh × 2.430 kWh |
| Einspeisevergütung | 419 € | 8,11 ct/kWh × 5.170 kWh |
| Jährlicher Gesamtertrag | 1.197 € | Einsparung + Vergütung |
| Anlagekosten (8 kWp) | ~12.800 € | 1.600 €/kWp inkl. Montage |
| Amortisation | ~11 Jahre | 12.800 € ÷ 1.197 €/Jahr |
Ohne Degradation (Module verlieren ~0,5%/Jahr). Mit Speicher und Wärmepumpe deutlich besser.
Ein 10 kWh Batteriespeicher kostet 2026 rund 8.000–13.000 € und erhöht die Eigenverbrauchsquote von ca. 32% auf 60–65%. Das bedeutet: mehr gesparte Stromkosten, weniger Einspeisung zum günstigen Vergütungssatz.
| Konfiguration | Eigenverbrauchsquote | Jährl. Ertrag | Amortisation (gesamt) |
|---|---|---|---|
| 8 kWp, kein Speicher | 32% | ~1.200 € | ~11 Jahre |
| 8 kWp + 5 kWh Speicher | 50% | ~1.500 € | ~12 Jahre |
| 8 kWp + 10 kWh Speicher | 62% | ~1.700 € | ~14 Jahre |
| 10 kWp + 10 kWh + Wärmepumpe | 78% | ~2.900 € | ~11 Jahre |
💡 Fazit Speicher: Der Speicher allein verlängert die Amortisationszeit leicht. Er lohnt sich, wenn du eine Wärmepumpe oder ein E-Auto hast (oder planst) – weil der Eigenverbrauch dann so stark steigt, dass sich das System insgesamt früher amortisiert.
Ja – mit Abstrichen. Ein Ost-West-Dach erzeugt ca. 15–25% weniger Strom als ein reines Süddach, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Die Stromproduktion ist über den Tag gleichmäßiger verteilt (morgens Ost, abends West). Das erhöht die Eigenverbrauchsquote und verbessert die Wirtschaftlichkeit.
| Ausrichtung | Ertrag vs. Süd | Eigenverbrauchsquote | Wirtschaftlichkeit |
|---|---|---|---|
| Süd (optimal, 30–45°) | 100% | 28–35% | Sehr gut |
| Südost / Südwest | 90–95% | 30–37% | Gut |
| Ost / West | 75–85% | 35–42% | Gut (höherer EV) |
| Nord (unter 20°) | 45–60% | – | Nicht empfohlen |
Die Vergütung gilt für 20 Jahre fix ab Inbetriebnahme. Sie sinkt halbjährlich leicht. Wer heute einsteigt, sichert sich den aktuellen Satz für zwei Jahrzehnte.
| Anlagengröße | Überschusseinspeisung | Volleinspeisung | Gilt für |
|---|---|---|---|
| Bis 10 kWp | 8,11 ct/kWh | 12,73 ct/kWh | 20 Jahre fix |
| 10–40 kWp | 7,03 ct/kWh | 10,56 ct/kWh | 20 Jahre fix |
| 40–100 kWp | 5,74 ct/kWh | 10,56 ct/kWh | 20 Jahre fix |
⏰ Timing-Hinweis: Die Vergütung wird halbjährlich (Januar + Juli) leicht gesenkt. Wer im Q1 2026 bestellt, sichert sich bessere Konditionen als im Q3 2026. Kein Drama, aber ein echter Unterschied über 20 Jahre.
Seit dem 1. Januar 2023 gilt der Nullsteuersatz (§12 Abs. 3 UStG) für die Lieferung und Installation von PV-Anlagen auf Wohngebäuden bis 30 kWp. Das gilt für:
Gegenüber dem früheren 19% MwSt.-Satz entspricht das einer Ersparnis von ca. 1.500–3.000 € bei einer typischen 8–10 kWp Anlage.
📌 Vor dem Kauf prüfen: Eine verschattete Anlage kann die Wirtschaftlichkeit um 30–50% reduzieren. Lass dein Dach von einem Fachbetrieb mit Verschattungsanalyse prüfen – das ist immer kostenlos.