Fraunhofer ISE bestätigt: Wärmepumpen funktionieren auch in Bestandsgebäuden effizient. Was du wissen musst, welche Voraussetzungen nötig sind - und wie du die maximale Förderung sicherst.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) untersuchte 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern über 4 Jahre. Das Ergebnis ist eindeutig:
Dieses weit verbreitete Vorurteil ist falsch - und wird von der Forschung eindeutig widerlegt. Die Fraunhofer-ISE-Studie 2026 zeigt, dass keine Korrelation zwischen dem Baujahr des Gebäudes und der Effizienz der Wärmepumpe besteht. Entscheidend sind andere Faktoren:
Besonders erfreulich: Ausreichend dimensionierte Heizkörper können im Durchschnitt mit ähnlich niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden wie Fußbodenheizungen - wie die ISE-Studie zeigt.
Folgende Punkte entscheiden, ob eine Wärmepumpe in deinem Altbau effizient und wirtschaftlich arbeitet:
Teste: Stelle deine Heizung auf 55°C Vorlauf und schau, ob das Haus warm wird. Wenn ja, funktioniert eine Wärmepumpe - oft sogar ohne Umbau.
Große, ältere Radiatoren sind oft gut geeignet. Falls nötig, können einzelne Heizkörper durch Niedertemperatur-Heizkörper ersetzt werden (~200-500 €/Stück).
Je besser die Dämmung, desto effizienter die Wärmepumpe. Einfache Maßnahmen wie Dachdämmung oder neue Fenster erhöhen die JAZ deutlich.
Bei Vorlauftemperaturen über 65°C (alte Radiatoren, sehr schlecht gedämmtes Haus) ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe nötig. Die Effizienz ist geringer, aber immer noch besser als Gas oder Öl.
Diese einfache Methode zeigt, ob dein Haus ohne große Umbaumaßnahmen für eine Wärmepumpe geeignet ist:
💡 Alternative: Auch wenn der Test negativ ausfällt, muss das kein KO-Kriterium sein. Hochtemperatur-Wärmepumpen (bis 80°C Vorlauf) ermöglichen die Nachrüstung auch in schwierigen Altbauten - mit etwas geringerer Effizienz, aber deutlich günstiger als Gas oder Öl.
| WP-Typ | Vorlauftemp. | Eignung Altbau | JAZ (Altbau) | Mehrkosten |
|---|---|---|---|---|
| Standard Luft-Wasser | bis 55°C | Bedingt geeignet | 2,8-3,8 | - |
| Hochtemperatur Luft-Wasser | bis 75-80°C | Sehr gut geeignet | 2,3-3,5 | +2.000-4.000 € |
| Sole-Wasser | bis 65°C | Gut geeignet | 3,5-4,5 | +10.000-20.000 € |
| Wasser-Wasser | bis 65°C | Sehr effizient | 4,0-5,0 | +12.000-22.000 € |
In den meisten Fällen ist keine umfassende Komplettsanierung vor dem Wärmepumpeneinbau nötig. Kleine, gezielte Maßnahmen können die Effizienz jedoch deutlich steigern:
| Maßnahme | Kosten | JAZ-Verbesserung | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Dachdämmung (Aufsparren) | 8.000-20.000 € | +0,3-0,6 | Sehr empfohlen |
| Kellerdecken-Dämmung | 2.000-5.000 € | +0,1-0,3 | Empfohlen |
| Fenster erneuern | 500-1.500 € je Fenster | +0,1-0,2 | Empfohlen |
| Heizkörper tauschen (1 Stück) | 200-500 € | +0,2-0,5 | Sehr empfohlen |
| Hydraulischer Abgleich | 300-800 € | +0,2-0,4 | Pflicht (für Förderung) |
| Fassadendämmung (WDVS) | 15.000-40.000 € | +0,5-1,0 | Nur wenn ohnehin nötig |
Für den Altbau fallen neben der eigentlichen Wärmepumpe oft Zusatzkosten an:
Details zu allen Förderprogrammen findest du im Förder-Ratgeber →
| Gebäude | WP-Typ | JAZ | Heizkosten vorher | Heizkosten nachher |
|---|---|---|---|---|
| EFH 1962, 160 m², Heizkörper | LW HT 11 kW | 2,9 | 3.400 € (Öl) | 1.350 € |
| RH 1985, 120 m², teilsaniert | LW 8 kW | 3,6 | 2.100 € (Gas) | 820 € |
| EFH 1930, 200 m², FBH nachgerüstet | Sole-Wasser 10 kW | 4,4 | 4.100 € (Öl) | 1.100 € |
| DHH 1978, 140 m², Heizkörper | LW 9 kW | 3,2 | 2.600 € (Gas) | 1.050 € |